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PrismaTisch. Vielfalt als Vorteil

Teun van Wijk, Schulbauberater: Spezialisierung in der Beziehung von Bildung, Lernumgebung und Schulbau / Bob van de Ven, Bildungsberater.

PrismaTisch ist eine Workshopmethode, bei der sich die Teilnehmer gegenseitig inspirieren, Wissen austauschen und jeder Teilnehmer die eigenen Ideen einbringen kann. Der Workshop beginnt mit einer zentralen Frage. Daraufhin werden die Teilnehmer aufgefordert, ihre Ideen und Bilder gleichzeitig auf den Tisch zu legen. Daraus ergibt sich eine farbenfrohe Sammlung verschiedener Ideen. Eine Besonderheit ist der Umgang mit allen unterschiedlichen Perspektiven, die sichtbar werden. Die Methode verwendet ein Modell, das allem einen logischen Platz gibt und zum gemeinsamen Ergebnis beitragen kann.

PrismaTisch ist eine Workshopmethode, bei der sich die Teilnehmer gegenseitig inspirieren, Wissen austauschen und jeder Teilnehmer die eigenen Ideen einbringen kann. Der Workshop beginnt mit einer zentralen Frage. Daraufhin werden die Teilnehmer aufgefordert, ihre Ideen und Bilder gleichzeitig auf den Tisch zu legen. Daraus ergibt sich eine farbenfrohe Sammlung verschiedener Ideen. Eine Besonderheit ist der Umgang mit allen unterschiedlichen Perspektiven, die sichtbar werden. Die Methode verwendet ein Modell, das allem einen logischen Platz gibt und zum gemeinsamen Ergebnis beitragen kann.

  • Medewerkers ZfsL Düsseldorf formuleren doel en uitgangspunten voor de herinrichting van hun conferentiegebouw tot het ‘Rhein-Maas Zentrum’
  • Ouders, leerlingen en docenten van het Wim Wenders Gymnasium aan de slag met mindmaps en collages over hun nieuwe schoolgebouw

Foto‘s (links): Die Mitarbeiter des ZfsL Düsseldorf formulieren Ziele und Ausgangspunkte für die Umgestaltung ihres Konferenzgebäudes ins Rhein-Maas Zentrum. (rechts) Eltern, Schüler und Lehrer des Wim Wenders Gymnasiums beginnen mit Mindmaps und Collagen über ihr neues Schulgebäude.

Schulbauberater (ICS) aus den Niederlanden haben den Workshop mehr als 300 Mal benutzt und ihn kontinuierlich weiterentwickelt. PrismaTisch wurde bei Schulen, Universitäten, Pflegeorganisationen, Landesregierungen, Anwohnern und Industrieverbänden angewandt. Workshops fanden sowohl in den Niederlanden, als auch in Belgien, Deutschland, Norwegen und Oman statt. Im Workshop zerfällt eine zentrale Frage auf dem langen Tisch in verschiedene Perspektiven / Farben, daher der Name „PrismaTisch"; die Bündelung von Vielfalt und Einheit.

Der Workshop dauert ca. 3 Stunden. Die Teilnehmerzahl kann klein (ca. 10 Personen) bis groß (150-200 Personen) sein. Oft handelt es sich um Themen, bei denen es wichtig ist, innovativ zu sein und über den Tellerrand zu schauen. Dies kann beispielsweise einen strategischen Plan, die Entwicklung einer (Bildungs-) Vision, die Ausgangspunkte für ein neues Gebäude (Phase Null) oder die (Neu-) Gestaltung einer Lernumgebung umfassen.

Vorteile der PrismaTisch Methode

  • PrismaTisch sorgt für ein vielseitiges Ergebnis. Mit Blick auf zukünftige Trends, menschliche Aspekte, Verbindungen, Raum für Experimente, Unternehmertum, Organisation, klare Struktur, Dringlichkeit, administrative Machbarkeit, Kultur und Werte. Die unterschiedlichen Perspektiven sorgen dafür, dass jeder einen Beitrag leisten kann und das Ergebnis dann wieder die Vielseitigkeit der Menschen berücksichtigt.

  • Die Teilnehmer verfügen über viel (manchmal unerwartetes) Fachwissen, das abgerufen und eingesetzt wird.

  • PrismaTisch ist eine Form des kollaborativen Lernens. Dies ist ein wichtiges Thema für Bildungsorganisationen. Sowohl für die Bildung der Schüler als auch für das Funktionieren einer Schule als lernende Organisation.

  • PrismaTisch eignet sich auch sehr gut für Organisationen, die Wissen austauschen oder eng zusammenarbeiten möchten.

  • Die Teilnehmer sind immer begeistert und erhalten viel Energie durch diesen Workshop. Er wird oft als Auftaktveranstaltung für einen Prozess verwendet und fördert die Teambildung.

  • Die Arbeit wird von allen Teilnehmern gleichzeitig ausgeführt, indem geschrieben, gedacht, gezeichnet, aufeinander reagieren wird und Bilder gesammelt werden. Dies stellt sicher, dass äquivalente Inhalte eingebracht werden. Dies geschieht unabhängig von der Persönlichkeitsstruktur der Teilnehmer, da nur die schriftlichen Beiträge auf dem Tisch Teil des Prozesses werden.

  • Die Kombination von Bild und Text regt zum kreativen Denken an. Die überraschenden Bilder kommen von außen, inspirieren und erweitern so den Raum für Ideen.

  • Der Workshop lässt sich gut mit anderen Komponenten wie der Modellentwicklung und der Szenarioanalyse kombinieren.

  • In einigen Fällen hat der Ansatz zu Coaching-Programmen für Bildungsteams oder für Einzelpersonen geführt.

  • Zur Verarbeitung aller eingebrachten Materialien wurde eine Technik entwickelt, die die Vielzahl an Informationen zu einer klaren gemeinsamen Perspektive verarbeitet.

Die sechs Farben der PrismaTisch Methode
Prof. Dr. Dr. Clare W. Graves (* 21.12.1914, † 03.01.1986) entwickelte die Theorie der Antriebskräfte, diese Theorie bildet die Grundlage der PrismaTisch Methode. Die Antriebskräfte sind laut Graves die Kräfte, die uns motivieren etwas zu tun oder zu lassen. Antriebskräfte sind hierbei nicht gleichzusetzen mit Motivation, sondern fungieren viel komplexer, da sie miteinander interagieren. Zusammengefasst stellt Graves, dass

  • der Mensch keine statische Tatsache, sondern veränderlich, ist.
  • sich auch die Menschen ändern, wenn sich die Lebensbedingungen ändern.
  • neue Lebensbedingungen neue Regeln für Denken und Handeln erfordern, wobei andere Antriebskräfte in den Vordergrund rücken können.
  • unsere bisherigen Antriebskräfte erhalten bleiben, wenn wir uns verändern.
  • jede Person unterschiedliche Antriebskräfte hat, die sich ergänzen, aber auch widersprechen können.

Die Theorie von Graves hat zu einem Modell mit 6 Antriebskräften geführt, denen jeweils eine eigene Farbe zugewiesen wurde. Graves konzentriert sich auf die individuelle Entwicklung des Menschen. Bei PrismaTisch liegt der Fokus auf Gruppen, die ein gemeinsames Ergebnis anstreben. Wie bei Individuen sind auch in einer Gruppe, alle Antriebskräfte vorhanden. Durch die Adressierung aller Antriebskräfte kann sich in einer Gruppe jeder mit den Themen auseinandersetzen, die ihn ansprechen, und ihm Energie geben. Antriebskräfte und zugehörige Farben:

  • Care! Werte, Atmosphäre, Gefühl, Tradition, Kultur, Sicherheit, Vergangenheit, Rituale.
  • Think! Struktur, Ordnung, Regeln, Funktionalität, Intelligenz.
  • Together! Menschen, Vielfalt, Vernetzung, Zusammenarbeit, Partner.
  • Inspire! Zukunft, Vision, Ratio, Inspiration, Weitsicht, Offenheit.
  • Create! Schaffen, Chancen sehen, Stolz, Ziel- und Ergebnisorientiert.
  • Action! Jetzt, Mut, Stärke, Entschlossenheit, Dringlichkeit, Handeln, Repräsentation.

Während der Workshopvorbereitung werden sechs Teilfragen formuliert, die aus der zentralen Fragestellung abgeleitet sind und zu einer bestimmten Antriebskraft passen. Eine Möglichkeit besteht darin, dass die Teilnehmer zunächst selbst mithilfe der Antriebskräfte Teilfragen formulieren.

Beispiele aus der Praxis

Beispiel: Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) Düsseldorf
Folgende Ausgangspunkte wurden in der Vorbereitung formuliert:

  • Was sollten wir aus den traditionellen Lernumgebungen auf jeden Fall übernehmen?
  • Welche Bedingungen müssen berücksichtigt werden, um den Lernprozess organisierbar zu gestalten?
  • Auf welche Weise kann die Lernumgebung ein Raum sein, um Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden, Wissenschaft und Forschung, Technologie und Politik zu schaffen?
  • Wie könnte die neue Lernumgebung Platz für die Herausforderungen und innovatives Denken schaffen?
  • Auf welche Weise können die Ambitionen/Ziele von SchülerInnen im Blick behalten werden?
  • Was ist für uns heute in unserer Lernumgebung unumgänglich? Was muss die Lernumgebung unbedingt leisten?

Beispiel: Wim Wenders Gymnasium Düsseldorf
Das Wim Wenders Gymnasium entwickelte Pläne für die Renovierung und den Neubau in der Schmiedestraße. Das Projekt Lern-Raum (Partner ICSadviseurs) hat die sogenannte "Phase Null" betreut. Ziel war es, zukunftsorientierte Ausgangspunkte für Bildung und Gebäude zu erarbeiten. Dies geschah mit Vertretern der Schule und danach mit allen Eltern und Schülern, die daran interessiert waren, über ihre "Traumschule" nachzudenken.

Beispiel Fragen an Schüler:

  • Wann fühlst du dich wohl in der Schule?
  • Welche Hausregeln sind wichtig?
  • Wo möchtest du deine Mitschüler in der Schule treffen
  • Was findest du toll in dieser Schule?
  • Was macht die Schule spannend für dich?
  • Was ist dir und deine Freunden wichtig?

Beispiel Bildung steht im Mittelpunkt
Projekt Lern-Raum verbindet Lernen mit Lernumgebungen. Bildung ist der Ausgangspunkt für die Einrichtung der Lernumgebung. Die Frage „Was ist eine gute Schule?" geht der Frage „Was ist eine gute Lernumgebung?" voraus. Die Antwort auf die erste Frage ist nicht immer beantwortet. Auch dann ist PrismaTisch hilfreich. Die Teilnehmer denken über 6 Themen nach, dann werden die Resultate gespiegelt an den Forschungsergebnissen von Professor Prof. Dr. Olaf Köller (Die Kriterien des deutschen Schulpreises).

Beispiel für Themen:

  • Schulklima
  • Unterrichtsqualität
  • Umgang mit Vielfalt
  • Lernende Organisation
  • Leistung
  • Verantwortung

Für die Teilnehmer ist es aufschlussreich zu sehen, inwieweit die einzelnen Antriebskräfte ausgeprägt sind, in den Kriterien, die Prof. Dr. Köller für eine „exzellente Schule" stellte.

International
PrismaTisch wurde erfolgreich in verschiedenen Ländern, wie in Oman, eingesetzt. PrismaTisch selbst war zentraler Bestandteil einer internationalen Konferenz von Bildungsberatern. Dabei wurden mehr als 100 aktivierende Fragen für die 6 Farben entwickelt.

Erleben Sie es selbst

Projekt Lern-Raum organisiert für Sie gerne einen eigenen PrismaTisch Workshop.
Dies ist in verschiedenen Formen möglich:

  • Ein Nachmittag im Rhein-Maas Zentrum in Düsseldorf. Zeitgleich können Sie dort die Möbel für verschiedene Arbeitsformen ausprobiert.
  • An Ihrem Standort oder an einem anderen Standort.
  • Der Workshop wird von einem deutschen - und einem niederländischen Moderator begleitet.

Das Projekt Lern-Raum möchte den deutsch-niederländischen Wissensaustausch stimulieren. PrismaTisch wird auch in unserem „Phase-Null-Top" angewandt, einem Workshop, der aus 3 Sitzungen besteht. Auch hier sind unterschiedliche Varianten möglich:

  • Im Rhein-Maas Zentrum oder an einem anderen Ort.
  • Mit vielen Vertretern Ihrer Schule.
  • Mit wenigen Vertretern Ihrer Schule (ca. 4 Personen) in einem Phase-Null-Top, an dem mehrere Schulen gleichzeitig teilnehmen. Der Ansatz besteht dann aus einer Kombination von Konzentration auf die eigene Frage und Lernen von den anderen Teilnehmern.

Aktualisiert am: 09-10-2019