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Das Innere des Rhein-Maas Zentrums

Johan van Helden, Innenarchitekt / Teun van Wijk, Schulbauberater.
Beide Projekt Lern-Raum Partner.


Das Rhein-Maas Zentrum ist ein „lebendes Labor" für alle, die sich mit Bildung beschäftigen. Dies sind zunächst Dozenten und Studierende des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung Düsseldorf. Zukünftige Lehrer können mit Lernumgebungen experimentieren und herausfinden, welche für ihre Unterrichtspraxis am besten geeignet sind. Auch Schulen, Schulverwaltungen, Mitarbeiter von Ministerien, Bildungsberater, Architekten und Unternehmen, die sich mit der Gestaltung von Lernumgebungen befassen, sind im Rhein-Maas Zentrum herzlich willkommen.

Das Rhein-Maas Zentrum ist ein „lebendes Labor" für alle, die sich mit Bildung beschäftigen. Dies sind zunächst Dozenten und Studierende des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung Düsseldorf. Zukünftige Lehrer können mit Lernumgebungen experimentieren und herausfinden, welche für ihre Unterrichtspraxis am besten geeignet sind. Auch Schulen, Schulverwaltungen, Mitarbeiter von Ministerien, Bildungsberater, Architekten und Unternehmen, die sich mit der Gestaltung von Lernumgebungen befassen, sind im Rhein-Maas Zentrum herzlich willkommen.

  • PrismaTisch Workshop
  • Konferenzgebäude Redinghovenstraße 9, Düsseldorf
  • Die Workshop-Gruppe wünscht dem Gebäude das Allerbeste!

Foto (links): PrismaTisch Workshop. (mitte): Konferenzgebäude Redinghovenstraße 9, Düsseldorf. (rechts): Die Workshop-Gruppe wünscht dem Gebäude das Allerbeste!

Darüber hinaus organisiert Projekt Lern-Raum im Rhein-Maas Zentrum Kurse und Workshops über den Zusammenhang zwischen Lernen und Lernumgebungen. Eine bevorstehende Renovierung, Sanierung oder ein Schulneubau sind für Teilnehmer häufig der Grund, nach innovativen Konzepten in diesem Bereich zu suchen. Es kann allerdings auch nur um die Neugestaltung eines bestimmten Bildungsraums gehen oder um das Verdeutlichen der Vorstellungen von Bildung und Lernumgebung. Der Name „Rhein-Maas" bezieht sich auf eine reale Verbindung zwischen den Niederlanden und Deutschland. Organisationen aus beiden Ländern arbeiten zusammen, mit dem Zeil, Wissen zu teilen und gemeinsam Innovationen zu entwickeln – grenzüberschreitend zu inspirieren.

Redinghovenstraße 9, Düsseldorf
Hinter dem Hauptgebäude des ZfsL Düsseldorf befindet sich ein Konferenzgebäude als separater Block, bestehend aus einer ehemaligen Hausmeisterwohnung im Erdgeschoss und darüber zwei gleichen Etagen. Die Aufteilung der Etagen besteht jeweils aus einem Raum von 10x10 m und zusätzlich einem kleinen Nebenraum. Eine geschwungene Treppe verbindet die Etagen. Wie bei vielen Bildungsräumen benötigte auch dieses Gebäude dringend eine innovative Neugestaltung: Eine Erweiterung der Nutzungsmöglichkeiten, die Erneuerung von Fußböden und Decken, eine Verbesserung der Akustik, bessere Beleuchtung und ein Anstrich waren erforderlich. Die separate Lage des Gebäudes mit eigenem Eingang macht es ideal für externe Besucher.

Ein gutes Gebäude beginnt mit einer guten Idee
Jeder Bildungsraum erzählt die Geschichte darüber, wie die Menschen in der Zeit ihrer Entstehung über Bildung dachten und wer darüber nachdachte. Diese Tatsache hat das Projekt Lern-Raum zu einem Kunstwerk im Treppenhaus inspiriert. Gleich beim Eintritt in das Konferenzgebäude, begegnen dem Besucher 100 Zitate von Pädagogen aus allen Jahrhunderten. Das Kunstwerk beginnt mit der fernen Vergangenheit und endet oben im Gebäude mit futuristischen Aussagen. Das Rhein-Maas Zentrum erzählt die pädagogische Geschichte der Gegenwart – eine von den Nutzern des Gebäudes geschaffene Geschichte.

PrismaTisch
Verschiedene Nutzer haben zumeist unterschiedliche Perspektiven darauf, was benötigt wird. Eine Person interessiert sich vielleicht für Trends, eine andere für Kommunikation, Organisation oder erworbene Werte. Daher besteht eine gute Idee meist aus einer Vielzahl guter Ideen. Wenn alle Ideen zu einer gemeinsamen Vision beitragen, sorgt dies für zusätzliche Qualität. „PrismaTisch" wurde speziell für diesen Zweck entwickelt. Ziel der Methode ist es, eine vorgegebene zentrale Fragestellung aus einer weit gefächerten und möglichst umfassenden Perspektive zu betrachten. Ein wesentlicher Vorteil dieser Methode ist es, dass alle Teilnehmer einen sinnvollen Beitrag leisten können und das Ergebnis die Diversität der Teilnehmer berücksichtigt. Lesen Sie mehr dazu im Artikel „PrismaTisch. Vielfalt als Vorteil".

Eine Auswahl der Wünsche resultierend aus den Workshops:

  • Verwendung von Farben zur Anordnung von Tischen, Stühlen, Sitzgelegenheiten und Präsentationstafeln.
  • Mindestens 4 Sitzgruppen, einschließlich mindestens 4 Präsentationstafeln (analog und digital).
  • Berücksichtigung unterschiedlicher Reizniveaus (reizarm - reizstark), Reizregulierung beispielsweise durch Schalldämmung, Hilfsmittel wie Kopfhörer und flexible Möbel, um ruhige Zonen gestalten zu können.
  • Flexible Raumgestaltung durch bewegliche Wandschirme, leicht verschiebbare Tische, fahrbare Lehrmittelschränke.
  • Moderne digitale Unterrichtsmittel wie Präsentationstafeln mit analogen und digitalen Optionen.

Ein weiter wichtiger Ausgangspunkt ist, dass die gezeigten Lösungen für durchschnittliche Schulen realisierbar sein sollten. In den meisten Schulen sind die Klassenzimmer kleiner als die Räume des Konferenzgebäudes, aus diesem Grund wurden innerhalb der großen Räume, kleinere Räume kreiert, die die normale Klassenraumgröße berücksichtigen.

Design in Co-Kreation
Nach dem PrismaTisch Workshop wurde in einem interaktiven Prozess mit der Workshop-Gruppe, einem Schulbauberater und einem Innenarchitekten, eine kohärente Gestaltung mit Blick auf Böden, Wände, Decken, Beleuchtung, feststehendes Mobiliar, bewegliches Mobiliar, Audio, Akustik, WLAN, Erscheinungsbild (Farben, Materialien und Atmosphäre) entwickelt. Bei der Gestaltung des Designs wurde das Wissen der Produktlieferanten umfassend genutzt.

1. Stock
Der große Raum ist flexibel zu gestalten. Ein Wechsel zwischen Arbeitsformen, wie zentraler Unterricht, Tagesbeginn, Gruppenarbeit, individuell-konzentrierte Arbeit, Zusammenarbeit, Präsentation, Instruktion in Kleingruppen, ist einfach. Die gute Akustik sorgt für Ruhe. Farbflächen an der Wand sind nicht nur dekorativ, sondern auch funktional. Sie verleihen dem Raum Struktur und bestimmen die Themenecken. Die Wand ist auch ein Lernwerkzeug und kann zum Schreiben, als Pinnwand oder zum Aufhängen von Papierbögen verwendet werden. Eine Wand bietet zusätzlich zu dieser Funktion eine Schrankfläche für Unterrichtsmaterialien und ein spezielles Aufbewahrungssystem mit Schubladen, welche die Schüler auch unter ihrem Tisch verwenden können. Die kompakten Whiteboards und Pinnwände sind leicht und können durch ein Aufhängungssystem an der Wand befestigt, auf den Tisch gestellt oder beispielsweise für eine Präsentation bewegt werden. Die einzelnen Tische und Stühle sind einfach stapelbar, sodass man, wenn nötig, schnell die Anordnung verändern kann. In der Mitte des Raumes befindet sich ein kreisförmiger Tisch mit Bänken, auf denen eine ganze Klasse Platz hat. Hier erhält die Großgruppe direkte Instruktionen und Informationen oder es werden Präsentationen gegeben. Diese Anordnung kann außerdem für Gruppenarbeiten verwendet werden.

Der Lehrer kann ausprobieren, welche Wand, die neutralere Wand oder die Schrankwand, für ihn am besten geeignet ist. Digiboards und Lehrertische sind mobil und nicht an eine bestimmte Wand gebunden. Die niedrigen, separaten Schränke im Raum sind ebenfalls mobil und können mit Themenecken verbunden werden und / oder als Raumteiler fungieren. Die Aufteilung des Raums in kleinere Bereiche trägt zu einer komfortablen und angenehmen Lernumgebung bei. Diese Raumaufteilung eignet sich sowohl als herkömmliches Klassenzimmer, als auch als Lern-Landschaften-Bereich mit Arbeitsformen wie Gruppenarbeit, Brainstorming, Scrum oder Digitalbereich. Eine Schließfachwand dient als Trennung von Eingang und Gruppenarbeitsplatz. Neben diesem Gruppenraum gibt es einen separaten, kleineren Raum. Dieser dient als informeller Besprechungsraum. Besonderer Nachdruck wurde auf Nachhaltigkeit gelegt. Die Möbel bestehen aus recyceltem Holz und Kunststoff. Die Filzwand ist als Gästebuch angelegt, in dem Erfahrungen geteilt werden können.

2. Stock
In den meisten Schulen sind die Unterrichtsräume mit Tischen und Stühlen ausgestattet, die in „Busanordnung" positioniert sind. Für Gruppenarbeit werden diese aneinandergeschoben oder separat angeordnet für Tests Situationen. Der Lehrer hat ein Pult mit einer Schublade und einem verstellbaren Stuhl. Der große Raum im 2. Obergeschoss ist als ein solcher Raum konzipiert, fügt jedoch ein Element hinzu, das aus vier gebogenen Raumteilern besteht. Dieses Element schützt die Ecken räumlich, sodass der Fokus auf der Raummitte liegt. Jeder Ecke kann ein spezifischer Zweck zugewiesen werden, z. B. Themenbereich, individuell konzentriertes Arbeiten, Lesen, Zusammenarbeiten, Gruppenarbeit oder Supervision und Coaching. Im Zentrum des Raumes finden gemeinsame Aktivitäten wie Tagesbeginn, Gruppenarbeit, Diskussion, direkte Instruktion, Unterricht und Präsentation statt. Wegen der „Rundung" heißt dieses Konzept „Rundum-Klasse".

Multifunktionaler Raumteiler
Ein dreiteiliger Wandschirm fungiert als Raumteiler. Tische können beidseitig positioniert werden. Der erste Prototyp wurde mit folgenden Funktionen ausgestattet: Separation, Whiteboard, akustische Dämpfung, Präsentationswand oder Präsentationsempore. Die obere Platte ist von vertikal nach horizontal verstellbar, sodass sie auch als Stehtisch verwendet werden kann. Die vier Raumteiler können aufgrund der gebremsten Räder und der einfachen Bedienung leicht bewegt werden. Neben der Fokussierung auf das Klassenzimmer ist dieser Raum teilweise als Lernbereich mit Arbeitsformen wie Gruppenarbeit, Brainstorming und individueller (konzentrierter) Arbeit konzipiert. Mithilfe von stapelbaren Elementen für Präsentation und Aufbewahrung entsteht eine Abgrenzung zwischen Klassenzimmer und Lernbereich. Wenn das ZfsL hier eine größere Aktivität organisiert, z. B. den Auftritt eines Chores, können diese Elemente verwendet werden, um eine Bühne im Raum zu schaffen.

Der angrenzende kleinere Raum ist für eine Projektgruppe mit Aktivitäten wie Brainstorming, Scrum, Coaching, Beratung, kleiner Präsentationen oder Workshops eingerichtet. Die Tische sind mobil und von sitzender – bis stehender Höhe verstellbar. Eine der Wände kann für die beweglichen Whiteboards und Pinnwänden verwendet werden, die auch in den anderen Räumen verwendet werden.

Allgemeines über alle Räume

Fußböden
Der erste Stock hat einen kombinierten Bodenbelag aus Teppich und Vinyl in loser Verlegung (lose Fliesen). Dies ist eine interessante Möglichkeit, wenn man nicht der Eigentümer des Gebäudes ist, aber die eigene Identität und Atmosphäre hinzufügen möchte. Darüber hinaus können in der täglichen Praxis „Reparaturen" einfach durch Ersetzen einer losen Bodenfliese durchgeführt werden. Im zweiten Stock wurde ein völlig harter Bodenbelag in Bahnen verlegt. Die zusätzliche runde Bodenmatte besteht aus dem gleichen Material, ist jedoch als lose Auflage ausgeführt.

Farbauswahl
Die Farbauswahl der gesamten Lernumgebung basiert auf der Studie „Einfluss von Farben und Materialien in Lernumgebungen". Der erste Stock konzentriert sich auf kühlere und natürlichere Farben und Materialien, der zweite auf wärmere und prägnantere Farben. Der Gebrauch von Farben auf den Wänden sorgt dafür, dass die geschlossenen und flachen Wände zu einer Palette von Farbflächen werden, die sich dem Betrachter nähern oder von ihm Abstand nehmen, dies erhöht die räumliche Erfahrung.

Feste Einrichtungsgegenstände
Die festen Einrichtungselemente wurde zusammen mit der Farbauswahl der Etagen konzipiert, um die Verbindung zwischen Nebenraum und Hauptraum offener und transparenter zu gestalten. Nicht indem man Wände durchbricht, sondern indem man Raum erlebt. Nach der Rückgabe des Gebäudes an den Vermieter kann dieses problemlos in seinen ursprünglichen Zustand zurückgebracht werden.

Decken
Wo es für das Funktionieren der verschiedenen Arbeitsformen erforderlich ist, wurden Akustikdecken installiert. Während der Implementierung wird die Lösung noch auf die tatsächlichen akustischen Effekte im Raum abgestimmt.

Beleuchtung
Die Beleuchtung ist auf Basis von LED-Panel entworfen, bei der jedes Leuchtfeld in Lichtmenge und Farbtemperatur gesteuert werden kann. Die Beleuchtungsprogramme sind in einem losen Holzwürfel vorprogrammiert, der durch Kippen ein anderes Lichtprogramm aktiviert. Das kann sich auf Ein / Aus beschränken, bietet aber auch andere Möglichkeiten, zum Beispiel Präsentieren, Erzählen, Arbeiten oder eine aktivierende oder beruhigende Atmosphäre.

Aktualisiert am: 09-10-2019